© Copyright AK 2012 Denkwürdiger Tod eines Monarchen: König Alexander in Tatoï vom Affen gebissen Geschichtliches Umfeld: 1910: Venizelos wird Premierminister  1913: Balkankriege unter dem deutschfreundlichen (siehe  Fußnote) König Konstantin I. für Griechenland erfolgreich:  Anschluss Kretas, große Begeisterung für Konstantin in  Griechenland. Allerdings schon hier ideologische Gegensätze  mit Venizelos, dieser wird Verfechter der "Megali Idea", der  Ideee von Großgriechenland mit dem Ziel vor allem auch  Konstantinopel einzuverleiben. Dies soll mit Unterstützung der  Entente (England, Frankreich, Russland) gelingen. Konstantin  dagegen wollte sein Land nicht in den Krieg gegen die  Mittelmächte hineinziehen lassen.  1916: König Konstantin I. ist Venizelos und seiner Idee von  Großgriechenland im Wege.  1917: Venizelos vertreibt mit Unterstützung der Entente  König Konstantin I., an dessen Stelle tritt der eher geduldete  Alexander.      1918: Ende des Ersten Weltkriegs bedeutet für Türkei das  Ende des osmanischen Reiches  1919: Griechenland besetzt Smyrna, beginnt Angriffskrieg, die  Entente schaut dabei wohlwollend zu  1920: Griechenland befindet sich im Krieg gegen die Türkei  In dieser Situation ereignet sich Folgendes: Am 30. September 1920 spazierte König Alexander mit seinem Schäferhund "Fritz"  im Park von Tatoï. Er unterhielt sich gerade mit dem Verwalter des privaten königlichen Weinberges als sein Hund frei herumlief  und auf zwei Affen traf, die dort im Park zum Vergnügen gehalten wurden. Es kam zu einem Gerangel zwischen dem Hund und  dem Affenweibchen, Alexander sprang hinzu und versuchte die streitenden Tiere zu trennen. Plötzlich griff ihn der zweite Affe,  das Männchen an, offenbar in der Absicht das Weibchen zu verteidigen. Alexander erlitt mehrere schwere Bisswunden an Beinen  und Bauch.  Ein ölverschmierter Lappen war das Einzige, was zum Stoppen der Blutung zur Verfügung stand. Später, unter der Obhut von  Ärzten, wurde die Wunde gesäubert aber nicht ausreichend desinfiziert. Im Lauf der folgenden Tage stellten sich Blutvergiftung,  Gelbsucht, Lungenentzündung und Darminfektionen ein. Am 25. Oktober fiel der König in ein Delirium in dem er heftig  phantasierte: Im Fieberwahn sah er seinen Vater Konstantin an der königlichen Gruft in Tatoï an seinem eigenen Grab. Als  begeisterter Autofahrer (er war einer der ersten Autobesitzer in Griechenland) rief er nach seinem Fahrer um eine letzte Fahrt  anzutreten. Am späten Abend des 25. Oktober verstarb der König im Alter von 27 Jahren. Verschwörungstheorien machten die  Runde, die Ärzte hätten letztlich auf politischen Druck hin den König sterben lassen.  Eigentlich wäre nun in der Thronfolge wieder der abgesetzte König Konstantin an der Reihe. Venizelos versuchte, den jüngeren  Bruder von Alexander, den 19-jährigen Prinz Paul  zu überreden, dieser lehnte ab. Auf der anderen Seite aber drohten die  Alliierten: sie würden den deutschfreundlichen Konstantin niemals akzeptieren. In dieser Situation ordnete die Regierung Wahlen  an. Das Volk stimmte mit Mehrheit für die Rückkehr von Konstantin, Venizelos verlor die Wahl und verließ - wohl auch um seine  eigene Sicherheit besorgt - enttäuscht das Land. So wurde der ehemals zur Abdankung gezwungene Konstantin erneut  Staatsoberhaupt.  Die Neue Regierung setzte den Krieg gegen die Türkei fort, allerdings nun ohne die Hilfe der Alliierten. Unverzüglich wurden die  Offiziere ausgetauscht, erwünscht war eher eine königstreue Gesinnung als militärische Fähigkeiten. In der Zwischenzeit hatte  sich die türkische Armee unter Mustafa Kemal (Atatürk) neu formiert und konnte die von den Alliierten im Stich gelassene,  schlecht ausgerüstete und schlecht geführte griechische Armee zum Rückzug zwingen. Die Katastrophe war unausweichlich.  Was folgte war die Besetzung und Zerstörung von Smyrna und eine ethnische "Säuberung" und Vertreibung von Tausenden von  Griechen (in Griechenland spricht man von der "kleinasiatischen Katastrophe").  Nach diesem Desaster blieb König Konstantin nur noch die Abdankung übrig, er floh nach Sizilien und starb in Palermo bereits  vier Monate später. Sein Grab befindet sich in Tatoï.  Quelle:  Tomkinson, John L.: Attica - Greece beyond the guidebooks, Anagnosis, Athen 2002  Fußnote:   Konstantin hat in Heidelberg studiert, war corporiert beim Corps Saxo-Borussia, (das sich übrigens während des  Nationalsozialismus durch besonders viele aktive Widerstandskämp-fer hervortat. Auch am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944  war ein Saxo-Borusse, Albrecht von Hagen beteiligt). Konstantin war verheiratet mit der deutschen Prinzessin Sophie von  Preußen  König  Alexander  I.  von  Griechenland  und  seine Gattin Aspasia Manos Erika und Albert Kollmann Unsere private Homepage Griechenland